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Margot Luf – Punktlandung

Studioausstellung vom 13. Dezember 2026 bis 21. Februar 2027

Margot Luf ist eine Künstlerin im traditionellen Sinne. Ihre Arbeiten bewegen sich nie im rein konzeptuellen, gedankenbefrachteten Raum, sondern wirken ästhetisch in ihrer formalen und stofflichen Präsenz. Sie arbeitet in Serien, die ein Thema variieren innerhalb der Möglichkeiten eines Materials und dessen Bearbeitung. Der Arbeitsprozess und das sich spielerische und gleichzeitig handwerkliche Annähern an eine ästhetische Gestalt sollen sichtbar sein und machen den besonderen Reiz ihrer Werke aus.

Ihre Affinität zur Malerei wird geweckt und manifestiert sich in den Jahren 1980-88 in einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Maler Stefan Becker. Farbig bemalte Skulpturen in Terrakotta, Holz und Bronze entstehen. Ein Aufenthalt in den USA, 1986/87, beflügelt ihre Phantasie, bestärkt sie in ihrem Willen nach Offenheit, Farbe und freier Gestaltung. Alltägliche, banale Verpackungen, Pappen und Kartons, die sie auf den um das New Yorker Atelier liegenden Baustellen findet, collagiert und veredelt sie mit Punktmustern in aparter Farbgebung zu zauberhaften Materialbildern. Nicht das Erhabene, Ewige, Schwere, Bedeutungsbeladene sind das Thema von Margot Luf, sondern Stofflichkeit und Farbe, Fragilität und Equilibrium, Spannung und Leichtigkeit. Sie formt und dirigiert mit leichter Hand den reichen ästhetischen Kanon im Zirkus ihrer Kunstakrobaten, exemplarisch präsentiert bei ihrer Serie der „Jongleurinnen“ und fortgeführt bei den „Bambole Povere“. Die zarten Wesen schweben flach und farbig in heiterem, feierlichem Ernst, in sich ruhend vor der Wandfläche. Mir ihren dünnen Drahtseilen scheinen sie sprungbereit und wartend auf die Dunkelheit, in der sie ihr heiteres Unwesen treiben können. Sie verkörpern etwas Vertrautes, Archaisches. Sie stehen als Symbole für Spiel und Tanz, Ritual und Kindheit (unter Verwendung eines Katalogtextes von Michaela Grammer).

Margot Luf liebt die Arbeiten von Alexander Calder und schätzt Alberto Giacometti. Diese beiden so verschiedenen Künstler umspannen das künstlerische Wesen ihrer Skulpturen: Die Spannung, die spielerische Leichtigkeit, die Sensibilität und das fragile Gleichgewicht. Das zeigt sich auch bei ihrer Serie „Side by Side“: zwei organische Formen begegnen sich. Faktisch sind es schwergewichtige Bronzen. Sie wirken aber wie zarte Gebilde, die an Schmetterlingsflügel erinnern. Es würde nicht verwundern, wenn sie kurz abheben und sich neu formieren.

Textherkunft: KUNSTPARTNER, Adlmannstein.

Margot Luf, 1945 in Altenmark/Alz, studierte Malerei und Bildhauerei in München. Sie lebt und arbeitet in München. Die Ausstellung wird unterstützt von KUNSTPARTNER GbR – Schaulager und Galerie, 93170 Adlmannstein.