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Engagement der Kunststation Kleinsassen für die Landesgartenschau

Wo können Kunst und Natur im Dialog augenfälliger werden als auf einer Gartenschau? Passend zum übergreifenden Thema „Kunst und Natur im Dialog“ hat die Landesgartenschau Fulda 2.023 der Kunststation Kleinsassen den Auftrag erteilt, geeignete Kunstwerke zu präsentieren und mit den vorgeschlagenen Künstler*innen Absprachen zu treffen.

Eingeladen, an der Gartenschau mitzuwirken, wurden Kunstschaffende, die einen besonderen Bezug zu Fulda und dem Land Hessen haben. Ergänzt wurde die getroffene Auswahl durch eine Leihgabe des Bistums Fulda. Hier finden Sie alle teilnehmenden Künstler*innen in der Übersicht.

Claus Weber

Standort: Fulda Acker am Sonnengarten

Der Künstler Claus Weber ist 1940 geboren in Braunweiler, lebte in Reichlos (Vogelsberg) und ist 2020 verstorben. Die Formen der bäuerlichen Werkzeuge – auch „Agro-Art“ – bieten dem Betrachter in ihrer ungewöhnlichen Anordnung neue ästhetische Qualitäten. Demjenigen, für den die Geräte einst geschaffen wurden, entlocken sie nur ein Seufzen im Gedenken an Schwielen und Schweiß der ländlichen harten Arbeit. Claus Weber hat oft seine Objekte mit den brillanten Worten von Novalis charakterisiert: Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn gebe, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten … so romantisiere ich es.

Herbert Mehler

Standort: Sonnengarten

1949 geboren in Steinau bei Fulda, lebt und arbeitet Herbert Mehler heute in Eisingen (bei Würzburg) und in Kranidi (Griechenland). Im Gartenbau zeigt sich besonders das Verhältnis von Natur und Kultur. Inwieweit der Mensch in die Natur eingreift und sie gestaltet, dieser Ausgangspunkt prägt dieses Spannungsverhältnis. Ebenso stellt der Künstler mit seinen Skulpturen eine Kunst-Natur, eine Natur parallel zur vorhandenen, existierenden Natur gegenüber. Wachstum als Zeitbegriff und einzelne Zustände des Prozesses lassen sich bei einzelnen Skulpturen gut ablesen, so die fast 5 Meter hohe COLONNA COLOMBA als Zustand in der Blüte.

Martin Wöhrl

Standort: Sonnengarten

Die sechs großen Ähren sind das Werk des Bildhauers Martin Wöhrl (*1974 in München). Seit der Deutschen Bischofskonferenz 2015 stehen die Skulpturen im Garten des Dommuseums. Bischof em. Heinz Josef Algermissen verfasste in diesem Zusammenhang für das dargestellte Kunstwerk folgende Zeilen: „Das bekannte Bild der Weizenähre stellt uns deren Wachsen und Vergehen, deren Schatz und Reichtum, aber auch die damit verbundene Notwendigkeit des Hegens und Pflegens vor Augen.“ Auf ausdrücklichem Wunsch und als Leihgabe des Bistums Fulda begleiten die Feldfrüchte die Gäste der Landesgartenschau 2023 in den landwirtschaftlichen Bereich „Fulda Acker“.

Faxe Müller

Standort: Kulturgarten

Keilkörper sind die Grundlage für das Vokabular der bildhauerischen Formensprache von Faxe Müller (geboren 1963 in Jossgrund-Burgjoß). Auch die jüngst entstandenen Skulpturen basieren auf Keilformen, die wie zu einer langen, linearen Form ausgezogen sind, sich dann aufrollen, umschlingen und verdrehen. Die Stahlskulpturen sind im digitalen 3-D-Prozess entwickelt und werden anschließend in flächige Elemente transformiert, geschnitten, gerundet und verdreht, ehe sie miteinander verschweißt und geschliffen werden. Manche erscheinen filigran und leicht, andere dicht geschlungen und kompakt.

Sonja Edle von Hoeßle

Standort: Kulturgarten

Die prägnante Skulptur von Sonja Edle von Hoeßle (1960 geboren in Wiesbaden) ist aus Cortenstahl ohne konkreten Anfangs- und Endpunkt als Endlosschleife verschweißt. Sie symbolisiert in ihrer Bewegung und Geschlossenheit den ewigen Kreislauf des Lebens und aller naturhaften Vorgänge. Die Skulptur ZODILA verändert ihr Erscheinungsbild stets mit der Bewegung und dem Blickwinkel des Betrachters.

Lothar Nickel

Standort: Wassergarten

Ohne Sonne ist der Marmor tot. Für mich. Sie erst erweckt sie alle zum Leben, das Meer im Rücken, die Wolkenformationen blitzweiß über dem Marmorgebirge, wie auch die Steine vor dem Atelier – so der 1957 in Düsseldorf geborene Künstler Lothar Nickel. Seit jeher ist die Steinskulptur ein wichtiges Gestaltungselement in Gartenanlagen und spiegelt oft Sehnsüchte nach fernen Gefilden. Das große Segel aus Rosa-Portogallo-Marmor verleiht dem Wassergarten mediterranes Flair.

Hama Lohrmann

Standort: Wassergarten

Meine Kunst besteht aus Arbeit in und mit Natur. Es geht um Schönheit und Vergänglichkeit, ästhetische Bildung und Nicht-Besitzbarkeit. Das Werk selbst vergeht, ist nur Werkzeug auf meinem Erkenntnisweg. Auf diesem wird das mechanistische Weltbild, das uns direkt in die Vielzahl aktueller Krisen geführt hat, zunehmend durch den Pantheismus ersetzt – so Künslter Hama Lohrmann, 1965 geboren in Augsburg. Inspiriert von den natürlichen Gegebenheiten des Wassergartens, entstehen im Aueweiher zwei Flöße. Hama Lohrmanns Land-Art setzt so in besonderer Weise Kunst und Natur in Dialog.

Hier finden Sie den Geländeplan der Landesgartenschau.

Kunstspaziergänge

Mit der Kuratorin der Kunststation Kleinsassen, Dr. Elisabeth Heil und mit der Leiterin der Kunststation, Monika Ebertowski.
Die Führungen werden jeweils mit Künstlergespräch angeboten. Nach Wunsch werden im Anschluss unter fachkundiger Führung weitere Kunstwerke in der Nähe besucht. Die Angebote sind kostenlos.

Sonntag, 14. Mai, 14.00 –  15.00 Uhr
Faxe Müller – KK_1100_Grad #2 (Ed. 2/5), 2022, Cortenstahl, 250 x 87 x 78 cm, Hohlkörper verschweißt und verschliffen
Treffpunkt: KulturGarten, Eingang an der Neuenberger Straße

Sonntag, 16. Juli, 14.00 –  15.00 Uhr
Herbert Mehler – COLONNA COLOMBA, 2018, Cortenstahl, 470 cm hoch
Sonja Edle von Hoeßle – ZODILA, 2022, Cortenstahl, 242 x 160 x 135 cm
Treffpunkt: SonnenGarten, Torhaus

Sonntag, 27. August, 14.00 –  15.00 Uhr
Künstlergespräch in großer Runde mit Hama Lohrmann, Lothar Nickel, Faxe Müller, Sonja Edle von Hoeßle und Herbert Mehler
Treffpunkt: Sparkassen Kulturbühne

Sonntag, 10. September, 14.00 –  15.00 Uhr
Lothar Nickel – VELA GRANDE, 2011, Rosa Portogallo-Marmor, 237 x 94 x 38 cm Treffpunkt: WasserGarten, Haupteingang