Coronaalphabet – Struktur und Freiheit in der Krise

13.12.2020 bis 22.01.2021 und 31.01.2021 bis 12.03.2021 / Studioausstellung

Ein bildnerisches Kommunikationsprojekt von Reinhild Gerum
Ausstellungskonzept: Teresa Dietrich

Anlass und Idee

Als mir klar wurde, dass die Corona-Pandemie unser aller Leben erfasst hatte, nach einigen Telefonaten, die große Nervosität spüren ließen, hatte ich das drängende Gefühl, all dieser Verunsicherung etwas entgegensetzen zu müssen. Ich wollte aus meiner Erfahrung als Künstlerin und Kunsttherapeutin mit dem Bildnerischen Tun einen Weg zur inneren Ruhe und zu unvermuteten Ressourcen zeigen, die dringend gebraucht werden in Zeiten der Krise.
Ich lud verschiedenste Leute aus meinem Bekanntenkreis ganz persönlich ein, teilzunehmen und ein Alphabet zu gestalten. Das Alphabet gibt Halt, die Gestaltung aber ist völlig frei. Ein Kunstprojekt für alle, denn diese Krise betrifft alle, mehr oder weniger spürbar, in ihren Auswirkungen.

Warum Alphabet?

Ein Alphabet zu gestalten ist ein wunderbares Thema in Zeiten der Krise. Jeder kennt es; es gibt eine Struktur vor, es gibt Halt und bietet Kontinuität. Alle Gedanken, die dem Einzelnen durch den Kopf ziehen, können so in eine Ordnung kommen, finden einen Platz. Die Freiheit der Gedanken kann gelebt werden, denn das beunruhigend Schwirrende kann durch die Ordnung des Alphabets gezähmt werden. So wird das Alphabet zum Seil, welches wie im Hochgebirge Schritt für Schritt zum Gipfel geleitet. Dort kann man tief durchatmen und sich am eigenen gelingenden Tun erfreuen.

Reinhild Gerum, Juni 2020

Bisher haben sich nahezu 50 Künstlerinnen und Künstler und andere Gestaltungswillige aus aller Welt am Corona Alphabet beteiligt. Das Projekt versteht sich als „work in progress“, das weiterwächst. Ich habe eine kleine Auswahl der Corona Alphabete getroffen in vielfältigen Erscheinungsformen, die nun in der Studiogalerie präsentiert wird: als Serie, paarweise, als Buchobjekt, als Säule, als Leporello oder Tableau. Es stellen aus: Teresa Dietrich, Soileymane Faye, Reinhild Gerum, Maria Hobbing, Adrian Marcucci, Hildegard Pütz, Peter P. Rast und Ulli Schellhaas.

Teresa Dietrich, Oktober 2020