Zum Inhalt springen

Augenlust: Farbe, Licht und Glanz!

Gruppenausstellung vom 7. Juni bis 30. August 2026 im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda

Farbe, Licht und Glanz – schon die Worte allein entfesseln freudige Erwartungen an ein heiteres Geschehen und drängen Düsternis in den Hintergrund. Farbe und Licht gehören zusammen, bedingen sich gegenseitig. Einerseits können wir ohne Licht keine Farben sehen, andererseits enthält das Licht alle Farben. Und es braucht Farben (einschließlich aller Abstufungen zwischen Weiß und Schwarz), um Licht und Schatten und Lichtstimmungen in Bildern wiederzugeben. Farbe bzw. Pigmente sind die Malmaterialien der Kunstschaffenden schlechthin. Sie dienen ihnen, um Geschichten auszugestalten, Figuren zu charakterisieren, Räume wiederzugeben, Impressionen nach der Natur zu erschaffen. Und immer ist die Inszenierung von Licht und Schatten ein wesentliches Element – nicht allein im Bild auf Leinwand, Papier und Glas, sondern auch in den plastischen Künsten.

Farbe, Licht und Glanz können jedoch – aus diesem mehr dienenden Charakter befreit – zum eigentlichen Thema des künstlerischen Schaffens, ja des Kunstgeschehens selbst werden. So lädt die Kunststation Kleinsassen zu ihrer Sommerausstellung Künstlerinnen ein, für die Licht und Farbe die Hauptakteure ihrer Werke sind. Sie wollen das Wesen und die Eigenschaften der Farbe ergründen, das Erscheinen und Ausbreiten des Lichtes im Raum und auf Oberflächen in all seiner Subtilität und Brillanz erfassen. Die Künstlerinnen experimentieren mit Pigmenten, mit Tonabstufungen, Sättigung, Reinheit, Helligkeit der Farben und mit anderen Materialien wie Glas, Metall und Harz und erforschen ihre Wirkung. Sie beobachten die feinsten Nuancen von Licht- und Schattentönen im Raum, fangen die Stimmung eines Lichteinfalls ein, das Flirren und den Glanz des Sonnenlichts z.B. auf dem Wasser. Sie empfinden das Eigenleuchten der Farben aus ihrer Tiefe und sind ergriffen von farbigem Licht, das von Pigmenten abstrahlt, Raum durchflutet und reflektiert.

Entscheidend ist, welche Farben bzw. Pigmente gewählt und mit welchen Werkzeugen sie aufgetragen werden, ob sie lasierend oder deckend verwendet sind, ob unterliegende Farbschichten durchscheinen oder freigelegt werden, ob Strukturen mitwirken, ob gebrochene Töne angemischt, satte Lacke makellos aufgetragen oder Oberflächen durch Harze spiegelglänzend werden. Gibt es fließende Übergänge der Farb- und Lichtstufen? Stoßen Farb- und Lichtflächen hart aneinander, überlagern sie sich? Und was löst dies beim Betrachten aus? Bei Malereien auf mehreren Glasplatten werden sich die Farbtöne erst im Auge des Betrachters mischen. Farbkörper können aus pigmentierter Papiermasse geformt werden. Und bei lackierten Plastiken – geradezu Statements intensiver Farbigkeit – fällt es dem Licht zu, über glänzende und verschattete Partien die Formen sichtbar zu machen und die Farbigkeit zu modulieren.

Welche Vielfalt der Möglichkeiten, welche Vielfalt der Erscheinungen von Farbe, Licht und Glanz!Alle Künstler*innen haben ihre eigene Vorgehensweise, eigene Ergebnisse, eigene Positionen. Ihr Suchen und Forschen mündet ein in immer neues Erleben von Farbe, Licht und Glanz, das den Blick schult, unsere Befindlichkeit beeinflusst, das stimulieren, betören und begeistern kann. Und vor allem: Es wird auch für die Betrachtenden zur „Augenlust!“

Beteiligt sind unter anderem: Edite Grinberga, Joachim Kersten, Esther Naused, Peter Paul Rast, Eberhard Ross, Reinhard Wöllmer, Alexander Zyzik.

Reinhard Wöllmer – radial shady