Wald. Wolf. Wildnis.

Internationales Ausstellungsprojekt vom 6. März 2022 bis 29. Mai 2022

Wald, Wolf und Wildnis – hinter diesen drei Wörtern stehen so vielfältige fundamentale Fragen, die unser aller Leben berühren und unsere Haltung spiegeln zu der Welt, in der wir leben. Die Rückkehr des Wolfes in unsere Wälder fasziniert die einen und schreckt die anderen. Emotionales und Rationales kreuzen sich und stehen einander konträr und oft genug unversöhnlich gegenüber. Der Wald ist der Ort der Mythen, ist ein unverzichtbarer Teil unserer Ökosysteme, ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere, ein Wirtschaftsfaktor und Erholungsbereich der Menschen. Und die Wildnis – wo finden wir sie noch? Definieren wir sie als Ort unberührter Natur, fern aller Zivilisation und menschlicher Eingriffe oder auch im übertragenen Sinn als Ort unbegrenzter freier Entfaltung.

Wald, Wolf und Wildnis waren und sind damit seit jeher Themen künstlerischer Auseinandersetzung. In unserer Zeit gewinnen sie besondere gesellschaftliche und ökologische Brisanz. Sensibilisiert für die komplexen Zusammenhänge konstatiert die Künstlerin Gisela Krohn: „Wir brauchen einen neuen Umgang zwischen Mensch und Natur. Die Rückkehr des Wolfes und wie der Mensch darauf reagiert, ist ein prominentes Beispiel dafür. Denn die Anwesenheit eines Beutegreifers hat auch eine archaische Resonanz, die ich für bedeutend halte. In einer Welt, die sich immer mehr eingrenzt in Systeme, ist ein „Systemsprenger“ wie der Wolf eine Herausforderung. Ob es dem Menschen gelingt, sich wieder in einem System der Natürlichkeit zu verorten? Bei der Antwort darauf sind wir an einem Scheidepunkt angelangt.“ (www.waldwolfwildnis.de) Darum hat Gisela Krohn das internationale Ausstellungsprojekt „Wald. Wolf. Wildnis“ gegründet, das über Jahre hinweg an immer neuen Orten die vielschichtige Problematik künstlerisch auslosten wird: In Malerei, Grafik, Skulptur, Installation, Fotografie und Video präsentieren Künstlerinnen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern ihre Gedanken und Überzeugungen zu den alle bewegenden Themen Wald, Wolf (Wildtiere) und Wildnis. Vorgesehen ist, dass die Ausstellungen am jeweiligen Ort immer wieder neu zusammengestellt werden, neu kuratiert werden und so immer neue künstlerische Positionen Eingang finden. Insbesondere können so auch Künstlerinnen aus dem Umkreis der jeweiligen Ausstellungsorte stärker einbezogen werden.

Die Kunststation Kleinsassen wird der dritte Ausstellungsort sein.
Die Kuratie liegt bei Dr. Elisabeth Heil für die Kunststation Kleinsassen in Kooperation mit Gisela Krohn.

Eingeladen sind die Künstler*innen Shaarbek Amankul, Andreas Amrhein, Alexandra Bart, Lukas Bleuel, Gaëlle Bosser, Isabelle Dutoit, Tanja Fender, Jan Luis Gottwald, Andreas Hinder, Herbert Holzheimer, Malgosia Jankowska, Gisela Krohn, Werner Liebmann, Jarek Lustych, Irmela Maier, Sebastian Meschenmoser, Nashun Nashunbatu, Stephan Reusse, Henrik Schrat, Roland Stratmann, Miriam Vlaming, Alexander Zyzik und Veronika Zyzik.

Zur Ausstellung ist ein umfangreiches Begleitprogramm geplant, das mit Vorträgen und Filmen das Thema Wald-Wolf-Wildnis weiter vertieft und so – entsprechend der Ausstellungsidee – die unterschiedlichen künstlerischen Positionen mit der aktuellen Debatte in der Gesellschaft und mit der Sicht von Waldbesitzern, Biologen, Filmemachern und Philosophen verknüpft. Weitere Infos dazu finden Sie hier.

BBK Osthessen – Die Wildnis in uns
Inkludiert in die Ausstellung „Wald. Wolf. Wildnis.“ ist das Projekt „Die Wildnis in uns“, mit dem sich der gerade gegründete BBK Osthessen erstmals vorstellen wird. In einer großen Installation als begehbare und umschreitbare Waldhütte reflektiert die Künstlergruppe um den Vorsitzenden David Weiss, was Wildnis für die Freiheit ihrer künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten bedeutet.

Text: Dr. Elisabeth Heil, Kuratorin