Siegfried Räth – Geführt verbunden

13. Dezember 2020 – 28. Februar 2021

Das in der Malerei angesiedelte Hauptwerk Siegfried Räths (*1962 in Fulda, Atelier in Ginsheim) dreht sich seit vielen Jahren um den Menschen und die Mechanik seines Daseins, beleuchtet dessen Beziehungsgeflechte, Lebensrituale, Prägungen und Zustände. Der Maler nutzt über eine farblich fein justierte, stilistisch weit gefächerte Bildsprache jede erdenkliche Möglichkeit, diese Sujets auf der Leinwand spürbar zu machen. Seine Bildfiguren stehen dort häufig in Interaktion mit anderen Figuren oder mit Gegenständen, oft befinden sie sich in perspektivisch nicht definierbaren Bildräumen. Die Handlungen der Figuren und ihr Sinn erscheinen dem Betrachter nur auf den ersten Blick als klar erkennbar. Dann schon verraten winzige Details, rätselhafte Attribute oder eine absurde Umgebung, dass das Gegenteil oder gar etwas völlig anderes gemeint sein könnte. Räth bevorzugt solche ambivalenten Szenerien, die sich einer eindeutigen Auflösung oder Dechiffrierung durch den Betrachter entziehen. Von ihnen verspricht er sich eine unauflösbare Spannung in der Anschauung der Bilder und eine Nachhaltigkeit der Erinnerung an diese. Räth arbeitet mit Ideen, die seinem Kopf entspringen. Doch in der Bildentstehung verzichtet er auf ein planendes Konzept. Sein Vorgehen beim Malen ist erprobend und entwickelnd. Die Figuren, Dinge und Räume im Bild entfalten sich oft erst nach einem langen Prozess zur endgültigen Stimmigkeit. Dann aber sind sie sehr tief.