Ambech – Verortung

1. Dezember 2020 – 28. Februar 2021

Im Sommer 2019 gewann Ambech (*1967, Studium in Weimar, Atelier in Ilmenau) den Jurypreis der Wettbewerbsausstellung „KunstSpieleKunst“ der Kunststation Kleinsassen für seine Arbeit „trans_Form III“, die neben ihrer imposanten Gestalt auch durch die komplexen Bezüge zu Raum, Zeit und Betrachter beeindruckte. In seiner Einzelausstellung „Verortung“ wird Ambech erneut das Wunder von Zeit- und Raumwahrnehmung thematisieren, dieses Mal zu einem überwiegenden Teil mit Fotografien, aber auch mit Video und Installationen.

Gerade bei den fotografischen und filmischen Arbeiten spielen reale und subjektive Bezugssysteme, die den Standpunkt des Fotografierenden im Geschehen definieren, eine überragende Rolle und lassen das abgebildete Objekt oft zweitrangig werden. Dies zeigt auch die begeisternde Fotoserie „Leuchtspur“. Hier wurde die Kamera einerseits Zeuge eines bestimmten choreografischen Bewegungsablaufes des Fotografierenden, das entwickelte Filmmaterial dokumentierte andererseits die Bahn der Kamerabewegung. Mit Licht gleichsam zu malen und – wie Ambech selbst schreibt – „die lichtsensitive Fläche des Zelluloids an der Realität zu reiben, ohne sie abzulichten, machte die Faszination des Projektes aus. Dabei wird das Licht der Dinge zum Pinsel, der mit der Zeit die Bewegung schreibt. Es entsteht eine Dokumentation des bewegten Augenblicks, der mehr über die Einheit von Werkzeug und Subjekt denn über die fokussierte Umgebung spricht.“ Reflexionen und Mehrfachreflexionen, die zu übergroßen Ornamenten zusammengefügt werden, sind weitere interessante Fotografieprojekte mit erstaunlichen Ergebnissen. Bei Mehrfachbelichtungen werden allein durch das performative Hantieren mit der Kamera mehrere Bezugssysteme überlagert. Die direkt vor Ort belichteten Fotografien sind darum Realitäts- bzw. Lichtcollagen, ohne nachträgliche Manipulationen. Spiegelungen bleiben für Ambech ein unerschöpfliches künstlerisches Forschungsgebiet, das sich nicht nur fotografisch, sondern auch in aufwendigen medialen Installationen zeigt. Sicherlich wird ein neues interaktives und leuchtendes Objekt in der Kunststation „verortet“ werden und alle Besucher in seinen Bann ziehen.